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Sachbücher

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Artikel-Nr.: 9783442752966

Vom Kind gehörloser Eltern zum erfolgreichen Komponisten

 

Vom ahnungslosen Autodidakten, der nie eine Uni von innen gesehen hat, zum Meisterschüler und Akademie-Mitglied. Vom DDR-Wehrdienstverweigerer zum politischen Künstler. Vom Kind gehörloser Eltern zu einem der erfolgreichsten und eigenwilligsten Komponisten heutiger Musik. Helmut Oehring erzählt seine Geschichte, bei der man aus dem Lachen, Weinen und Staunen nicht herauskommt. Ein Buch voller Poesie, Härte und Zärtlichkeit. Kraftvoll, mitreißend und direkt.

 

Helmut Oehring ist hörendes und sprechendes Kind gehörloser Eltern. Erst mit vier Jahren kommt er mit der Welt der Hörenden in Kontakt – eine fremde und meist feindselige Welt. Er ist Ohr und Stimme seiner Eltern, Übersetzer zweier Welten. Doch dann entdeckt er etwas, das ganz ihm gehören wird: die Musik. Helmut Oehring erzählt die Geschichte einer kaum zu glaubenden Selbstbefreiung. Er erzählt, wie er als gelernter Autobahnbauer beginnt, sich Notenschrift beizubringen und ein Streichquartett komponiert. Wie er aus einem Nachwende-Tief von selbstverursachter Obdachlosigkeit und Drogensucht herausfindet. Wie sein gehörloser Bruder mehrfache Republikflucht begeht, angeschossen wird, ins Gefängnis kommt und dann später im Westen von einem Auto überfahren wird. Oder wie die Schulleitung den jungen Oehring ins Heim schicken will, weil er von der Volkspolizei erwischt wurde, wie er aus verzweifelter Wut mit dem Luftgewehr vom Balkon auf Autos, Tiere und Menschen schießt. Die Schulleitung bestellt die Eltern ein. Der Junge muss übersetzen …

 

Helmut Oehring ist vom völligen Autodidakten zu einem der originellsten gegenwärtigen Komponisten geworden. Aber auch der Sprache entlockt er mitreißende Klangbilder aus Wut, Lust und Zärtlichkeit; er verführt den Leser mit einer Poesie zwischen Bordsteinkante, Rock und Oper, mit den fragilen Bewegungsabläufen der Kampftechnik Mike Tysons und mit den irritierenden Schönheiten des lautlosen Sprechens.

 

 

 

 

Helmut Oehring wurde 1961 als Kind gehörloser Eltern in Ost-Berlin geboren. Nach einer Ausbildung zum Baufacharbeiter ist er u.a. als Friedhofsgärtner, Forstarbeiter, Altenpfleger und Heizer tätig, bis er die Musik entdeckt. Oehring zählt heute zu den maßgeblichen zeitgenössischen Komponisten, sein Oeuvre umfasst über 200 Werke, die auf der ganzen Welt aufgeführt werden und für die er zahlreiche Auszeichnungen erhielt, u.a. den Hanns-Eisler-Preis des Deutschlandsenders Kultur, den Orpheus Kammeroper Preis Italien, den Schneider-Schott-Preis, den Hindemith-Preis und den Arnold-Schönberg-Preis. Oehring lebt mit seiner Frau und den gemeinsamen beiden Kindern in der Märkischen Schweiz.

19,99 *
Artikel-Nr.: 978-3-86153-655-0

 

Uwe Schulte-Varendorff

Krieg in Kamerun - Die deutsche Kolonie im Ersten Weltkrieg

Von den Kriegsschauplätzen des Ersten Weltkrieges außerhalb Europas ist kaum die Rede. Dabei wurden gerade unter den europäischen Kolonialmächten zum Teil brutale Stellvertreterkriege in der »Dritten Welt« ausgetragen, zumeist mit fürchterlichen Folgen für die einheimische Bevölkerung. So auch in der deutschen Kolonie Kamerun, die mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges von Franzosen und Engländern angegriffen wurde.

Uwe Schulte-Varendorff hat sich mit diesem sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der wissenschaftlichen Literatur kaum gewürdigten Kriegsschauplatz beschäftigt. Er schildert die grausame Art der Kriegsführung, die Leiden der Afrikaner und die Auswirkungen auf die sogenannten Kolonialdeutschen. Das schließt auch die kritische Überprüfung der Legende von den »treuen Askari« ein, also das Verhältnis zwischen den einheimischen Soldaten und der deutschen Truppe. Ein erhellendes und zugleich bedrückendes Buch.

29,90 *
Artikel-Nr.: 9783406621840

Timothy Snyder erzählt in seinem aufsehenerregenden, zutiefst aufwühlenden Buch drei miteinander verknüpfte Geschichten - Stalins Terrorkampagnen, Hitlers Holocaust und den Hungerkrieg gegen die Kriegsgefangenen und die nichtjüdische Bevölkerung - so wie sie sich tatsächlich zugetragen haben: zur gleichen Zeit und am gleichen Ort. Makellos recherchiert, atemberaubend geschrieben und von eindringlicher Humanität gehört Bloodlands zu den historischen Büchern, die einen anderen Blick auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts eröffnen. Noch bevor der Zweite Weltkrieg begann, hatte Hitlers zeitweiliger Partner und späterer Gegner Stalin bereits Millionen von Menschen umgebracht - und setzte dieses Morden während des Krieges fort. Bevor Hitler besiegt war, hatte er sechs Millionen Juden ermorden lassen - und ließ Millionen andere Menschen gezielt verhungern. All dies geschah auf einem einzigen Gebiet: den „Bloodlands“ zwischen Russland und Deutschland. Doch als der Zweite Weltkrieg zu Ende war, verschwand die Erinnerung an diesen millionenfachen Mord in der Dunkelheit hinter dem Eisernen Vorhang. Nicht nur unser Bild vom Holocaust erweist sich jedoch mit dem Blick auf die „Bloodlands“ als unvollständig und westlich verzerrt. Auch die Geschichte Europas gewinnt ein verlorenes Terrain im Osten zurück: die gemeinsame Erinnerung an 14 Millionen Tote und die größte Tragödie der modernen Geschichte.


Über den Autor

Timothy Snyder ist Professor für Geschichte an der Yale University und Permanent Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien. „Bloodlands“ erscheint in sechzehn Sprachen.

Welt am Sonntag Drucken Bewerten  Autor: Timothy Snyder| 24.07.2011

"Jeder Mensch starb einen anderen Tod"

 

Damit wir es begreifen: Der Historiker Timothy Snyder erklärt, warum unsere Bilder vom Holocaust und von den Verbrechen Stalins meist falsch sind. Ein exklusiver Auszug aus "Bloodlands"

 

In den Bloodlands lebten die meisten europäischen Juden. Hier überschnitten sich Hitlers und Stalins imperiale Pläne, hier kämpften Wehrmacht und Rote Armee miteinander, und hier konzentrierten SS und NKWD ihre Kräfte. Hier lagen die meisten Mordschauplätze: In der politischen Geografie der Dreißiger- und frühen Vierzigerjahre betraf das Polen, die baltischen Staaten, Weißrussland, die Ukraine und den Westrand Russlands. Stalins Verbrechen werden oft mit Russland assoziiert und die Hitlers mit Deutschland, aber der mörderischste Teil der UdSSR war ihre nichtrussische Peripherie, und die Nazis mordeten vor allem außerhalb Deutschlands.

29,95 *
Artikel-Nr.: 9783455501971

Sie zählen zu den bedeutendsten Politikern ihrer Generation und sie verbindet eine langjährige Freundschaft. Sie stehen für Zuverlässigkeit, wegweisende Entscheidungen und klare, oft unbequeme Positionen. Sie treffen sich - diesmal nicht zum Schachspielen, sondern um über große politische Themen zu reden, die zurzeit die Menschen bewegen.

 


Obwohl fast dreißig Jahre zwischen Helmut Schmidt und Peer Steinbrück liegen, werden die beiden oft in einem Atemzug genannt - Elder Statesman und moralische Instanz der eine, spätestens seit der Finanzkrise Garant für politische Geradlinigkeit der andere: Hier tauschen sich zwei überzeugte Sozialdemokraten aus, die vieles von dem, was ihre Partei an Beschlüssen in die Welt setzt, nicht gutheißen können. Ob sie über die Risse im Fundament unseres Sozialstaates reden oder über die Ignoranz mancher Funktionseliten, ob sie die Verschiebung der globalen ökonomischen Gewichte diskutieren oder die verheerenden Auswüchse des weltweiten Raubtierkapitalismus: Immer wieder kehrt das Gespräch zu der Ausgangsfrage zurück, wie das Primat des Politischen auch in Zukunft gewahrt und die wachsende Kluft zwischen Regierten und Regierenden geschlossen werden kann.

 

24,99 *
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