Politische Häftlinge im Strafvollzug der DDR. Die Strafvollzugsanstalt Brandenburg


Politische Häftlinge im Strafvollzug der DDR. Die Strafvollzugsanstalt Brandenburg

Artikel-Nr.: 3938690216
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Wenn es zutrifft, dass Gefängnisse immer auch Brennspiegel politischer und gesellschaftlicher Problemlagen sind, dann litt die DDR unter einem doppelten Verdrängungssyndrom.

Denn die SED-Partei- und Staatsführung leugnete nicht nur jahrzehntelang die Existenz politischer Häftlinge in den DDR-Haftanstalten, sie stritt auch stets ab, dass es ein speziell auf diese Häftlingskategorie zugeschnittenes Haftregime gebe.

 Tatsächlich waren die Häftlingsgemeinschaften in DDR-Gefängnissen jedoch in zwei Klassen unterteilt – in die Kategorie „normaler“ Gefangener, die zumeist wegen krimineller Delikte einsaßen, und in die „politischen“ Gefangenen, die pauschal als „Staatsfeinde“ abqualifiziert wurden. Wie Leonore Ansorg in der Einleitung ihres Buches zur Geschichte des politischen Strafvollzugs in der Haftanstalt Brandenburg-Görden hervorhebt, habe sich die DDR-Forschung seit Beginn der 1990er-Jahre vornehmlich auf die politische Strafjustiz und die Repressionspraktiken in den berüchtigten Untersuchungshaftanstalten des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) konzentriert, während der „gewöhnliche Strafvollzug“ an politischen Gefangenen noch kaum systematisch untersucht worden sei. Diese etwas missverständliche, jedoch notwendige Differenzierung führt Ansorg ein, um die speziellen Haftbedingungen in der MfS-Sonderhaftanstalt Bautzen II von den in Gefängnissen des Ministeriums des Inneren (MdI) praktizierten Maßnahmen gegenüber „Politischen“ abzugrenzen. Des Weiteren diskutiert die Autorin ausführlich den Begriff des politischen Gefangenen unter den Bedingungen des DDR-Staatssozialismus.

 

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