Ich wollte doch nicht an der Mauer erschossen werden - Michael Bradler


Ich wollte doch nicht an der Mauer erschossen werden - Michael Bradler

Artikel-Nr.: 978-3-00-035544-8
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Michael Bradler

Ich wollte doch nicht an der Mauer erschossen werden!

In der U-Haftanstalt des MfS  in Berlin-Hohenschönhausen konnte man beim Freigang im Tigerkäfig PanAm-Maschinen am Himmel vorbeiziehen sehen. Ich habe mir geschworen, dass ich mal in einer sitzen werde ! Das passierte dann am 15.10.1982, nachdem ich mit dem Gefangenentransport in die Bundesrepublik gebracht worden war und die Aufnahmeformalitäten erledigt waren. Um 19.45 Uhr flog ich von Frankfurt am Main zurück nach Berlin-Tegel, Westberlin. 

Ich saß im Wartebereich des Flughafens. Mein Flug wurde aufgerufen und ich hatte keine Ahnung, was ich jetzt tun musste. Ich fasste mir ein Herz und sprach einen ebenfalls wartenden Mann an : ich sei Passagier und was ich jetzt tun müsse.  Der guckte mich an und erwiderte : „Du kommst aus dem Osten?“ Ich wurde rot und fragte – von der Anrede und der Frage einigermaßen konsterniert – woher er das wisse. Da sagte er : „Ich habe vor 10 Jahren an der gleichen Stelle dasselbe gefragt“.

Leider habe ich mir seinen Namen nicht gemerkt. Bis zu diesem Moment aber war es ein weiter Weg!

Michael Bradler, 1961 in Ost-BErlin geboren, wuchs als Sohn von fest in Staat und Staatspartei der DDR verwurzelten und integrierten Eltern auf. Ganz wesentlich kümmerten sich die Großeltern um die Erziehung des Heranwachsenden, nachdem die Mutter früh verstorben war. Die Neugier und das Interesse am "Westen" erwachten, als die Großeltern und auch noch sein bester Freund nach West-Berlin bzw. in die Bundesrepublik ausreisten.

Die "Westkontakte" nahmen von da an zu, insbesondere durch häufige Besuche in der "Mokka Milch Eisbar" in Ost-Berlin, Karl-Marx-Allee: Dort verkehrten viele "Westler", namentlich Studenten und Schüler, die mit Tagesvisum nach Ost-Berlin gekommen waren. Ihnen hörte er gespannt zu, verglich ihre Äußerungen und Schilderungen mit der offiziellen Parteipropaganda über den Westen im allgemeinen und den "realen Kapitalismus" im besonderen. Es folgten 1981 mehrere Ausreiseanträge, natürlich alle erfolglos. Im Janaur 1982 provozierte er seine Verhaftung. Hoffnung: Als politischer Straftäter verhaftet, verurteilt und schließlich in die Bundesrepublik freigekauft zu werden.

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