Gerhard Falkner / Reynold Reynolds
Herausgeber: Manfred Rothenberger und Kathrin Mayer
Gedicht: Gerhard Falkner
Filmstills: Reynold Reynolds
Essay: Moritz Holfelder
Gestaltung: Timo Reger
Deutsch / Englisch
152 Seiten mit zahlreichen Farb- und Schwarzweißabbildungen
Flexcover; 21,5 x 15 cm
Beiliegend DVD mit dem Film »The Last Day of the Republic«
»Der letzte Tag der Republik / The Last Day of the Republic« basiert auf
einem Filmprojekt des amerikanischen Videokünstlers Reynolds Reynolds
und des vielfach ausgezeichneten deutschen Schriftstellers Gerhard
Falkner (u.a. Kranichsteiner Literaturpreis, Peter-Huchel-Preis,
August-Graf-von-Platen-Preis).
Dieser Film, der im Buch in
zahlreiche Standbilder aufgelöst wird (und der Publikation auf DVD
beiliegt), reflektiert den äußerst kontrovers diskutierten und
umstrittenen Abriss des 1976 in Ostberlin eröffneten Palasts der
Republik – damals Sitz der Volkskammer und Wahrzeichen der DDR, heute
Zeugnis und Symbol eines untergegangenen Staates.
Reynolds
raffiniert geschnittenes filmisches Abbruch-Ballett zeigt an urzeitliche
Echsen erinnernde Kräne und Bagger, die sich unter grotesken
Verrenkungen und mit fast schon slapstickhafter Geschwindigkeit in die
Mauern des einstigen Repräsentationsbaus der DDR fressen.
So wie
der Palast der Republik in Reynolds Film Schicht für Schicht abgetragen
wird, so gräbt der Lyriker Gerhard Falkner in seinem zu diesem Film
entstandenen Gedicht in der Vergangenheit und schlägt mit einprägsamen
Bildern den Bogen von der Gegenwart bis in die Antike.
»Es wird
bleiben ein Loch in der Luft, so groß wie ein Schloss«: Reynolds
Filmstills und Falkners Gedicht sind von düsterer Schönheit und legen
gleichzeitig Zeugnis ab von der offensichtlichen Hilflosigkeit beim
Umgang mit der jüngeren deutschen Geschichte.
Diese ist auch
Thema eines ausführlichen Essays des Architekturkritikers Moritz
Holfelder (u. a. Süddeutsche Zeitung, Bayerischer Rundfunk) über die
Planung, den Bau, die Funktion und das unrühmliche Ende des Palast der
Republik.