Diese hatten das Ziel, die Teilung als unmenschlich zu brandmarken und die Einheit Gesamtdeutschlands einzufordern. Gedenkwachen, Mahnfeuer als auch Kundgebungen, welche am 17. Juni oder dem 13. August, unmittelbar am bundesdeutschen Grenzverlauf veranstaltet wurden, sollten den Unmut über die Situation der Teilung Deutschlands zum Ausdruck bringen. Flankiert wurden diese Aktivitäten vielerorts durch das Setzen von Gedenksteinen, künstlerisch gestaltete Plastiken oder diversen Zweckbaulichkeiten. Heute ist die Region entlang der bundesdeutschen Landesgrenze unterschiedlichen wirtschaftlichen als auch politisch orientierten Einflüssen unterworfen. Im Vordergrund aller Bestrebungen zum sanieren oder Erhalten dieser Baulichkeiten steht die Wirtschaftlichkeit und das einfordern von finanziellen Mitteln des Bundes und des Landes.
Seit über zwanzig Jahren ist das Autorenteam Elke, Andreas und Manuel Erhard im Sinne der gelebten Deutschen Einheit in den neuen Bundesländern tätig. Eine der wichtigsten Säulen ihres umfänglichen Engagements ist die Denkmalpflege und Denkmalforschung an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, hierzu werden seit Jahren dokumentarische Werke sehr erfolgreich publiziert. Im Rahmen zahlreicher Recherchen und Zeitzeugenbefragungen hörte Familie Erhard immer wieder, "auf der westlichen Seite der Grenze war doch nichts!" So wurde bereits vor mehreren Jahren mit der konsequenten Erforschung der westlich Landesgrenze am einstigen deutsch-deutschen Grenzverlauf begonnen.
Im Rahmen dieser Dokumentation werden bauliche Zeugnisse, welche bis zum 3. Oktober 1990 errichtet wurden und in Verbindung zur westlichen Landesgrenze stehen beschrieben, bildlich erfasst und dokumentiert.
Im Allgemeinen konnten auch Informationen zur Planung und Ausführung dieser Baulichkeiten eingearbeitet werden. Bei den dokumentierten baulichen Zeugnissen handelt es sich in erster Linie um Mahn- und Gedenksteine, Reste der westlichen Grenzkontrolle oder Sperre, sowie den Anlagen des umfänglichen westlichen Grenztourismus. Die dokumentarischen Aufzeichnungen beginnen am früheren Grenzabschnitt 1, Ostsee bei Priwall, und erstrecken sich bis zum Grenzabschnitt 58 am Dreiländereck Sachsen-Bayern-Tschechische Republik. Ausschnitte der Übersichtskarten von den einzelnen Grenzabschnitten sind den dokumentierten Sachzeugnissen zugeordnet.
Handelt es sich bei den Baulichkeiten um Anlagen oder Objekte des Bundesgrenzschutzes, Grenzzolldienstes oder der Bayerischen Grenzpolizei, sowie der alliierten Streitkräfte, ist der frühere Grenzabschnitt gesondert aufgeführt. Die Dokumentation ist verständlich und übersichtlich abgefasst, sie dient auch zum Eigenstudium an den Originalstandorten. Zum besseren historischen Verständnis liegt dem Buch eine Bildergallerie bei.