Zwangsadoptionen in der DDR von Marie-Luise Warnecke

Artikel-Nr.: 9783830516309
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In der DDR hat es Fälle politisch motivierter Kindesentziehungen gegeben. Als "Zwangsadoptionen in der DDR" ist diese Vorgehensweise bereits Mitte der siebziger Jahre in der Bundesrepublik Deutschland bekannt geworden. Über die politischen, juristischen und sozialen Hintergründe konnten bis zur Wiedervereinigung Deutschlands jedoch nur Mutmaßungen angestellt werden. Ein 1991 in Berlin aufgefundenes Aktenkonvolut eröffnete erstmals die Möglichkeit einer wissenschaftlichen Abhandlung. In den zum Familienrecht der DDR seitdem erschienenen Publikationen suchte man allerdings vergebens nach einer solchen. Auch das im Familiengesetzbuch der DDR normierte sozialistische Erziehungsziel, die Möglichkeit des Erziehungsrechtsentzugs und die Adoption ohne bzw. mit gerichtlich ersetzter elterlicher Einwilligung fanden in ihnen nur rudimentäre Erwähnung. Die entscheidende Frage nach der theoretischen und praktischen Wechselwirkung zwischen den Vorgaben zum sozialistischen Erziehungsziel und den staatlichen Eingriffsmöglichkeiten in das Familienleben ist bislang nicht gestellt worden. Die vorliegende Abhandlung schließt diese Lücke in der Aufarbeitung des in der DDR geschehenen Unrechts und zeigt die Schattenseiten der Familienpolitik der DDR auf. Ihr Anliegen ist es, das untersuchungsgegenständliche Thema der Deutungshoheit medialer Spekulationen zu entziehen und einer differenzierten Betrachtung zuzuführen. Weder gab es in der DDR "unmenschliche Zwangsadoptionsgesetze", noch waren die Zwangsadoptionen der DDR eine Erfindung westdeutscher Nachrichtenmagazine. Sie sind geschehen und stellen unabhängig von absoluten Fallzahlen nicht restitutionsfähige Verletzungen ureigenster Rechte dar.
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