Die Opfer der RAF von Werner Birkenmaier, Michael Buback


Die Opfer der RAF von Werner Birkenmaier, Michael Buback

Artikel-Nr.: 9783765085093
14,90

Preis inkl. MwSt.



Die Themen "RAF" und der "Deutsche Herbst 1977" waren 2007 in allen Medien präsent, das Interesse daran enorm. Erst in jüngster Zeit rücken die traumatisierenden Folgen von Attentaten, Überfällen, Geiselnahmen und Entführungen für die Opfer und deren Familien ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Baden-Württemberg ist ganz besonders eng mit der Geschichte der RAF verbunden. Generalbundesanwalt Siegfried Buback wurde mit seinem Fahrer Wolfgang Goebel und dem begleitenden Polizisten Georg Wurster in Karlsruhe erschossen. Hanns Martin Schleyers Entführung fand zwar in Köln statt, er lebte aber in Stuttgart. Sein Fahrer Heinz Marcisz und die Polizisten Reinhold Brändle, Roland Pieler und Helmut Ulmer, die ermordet wurden, stammten aus Baden-Württemberg. Führende RAF-Mitglieder wie Gudrun Ensslin, Christian Klar, Brigitte Mohnhaupt, Knut Folkerts, Eva Haule, Stefan Wiesniewski oder Siegfried Haag kamen aus dem Südwesten, dessen Grenzen zu Frankreich und der Schweiz für die Terroristen besonders interessant waren. Vor allem aber hatten die wichtigsten Rechtsorgane, die sich mit der RAF von Amts wegen zu beschäftigen hatten, ihren Sitz in Baden-Württemberg, nämlich die Bundesanwaltschaft, der Bundesgerichtshof und das Bundesverfassungsgericht. Der spektakulärste Prozess gegen Mitglieder der RAF fand vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht in der festungsmäßig ausgebauten Haftanstalt von Stammheim statt. Dort waren die Gründer der RAF auch unter besonders privilegierten Umständen inhaftiert und dort brachten sie sich schließlich auch um, nachdem die Polizeisondereinheit GSG 9 erfolgreich die von palästinensischen Terroristen entführte Lufthansa-Maschine "Landshut" in Mogadischu erstürmt hatte. In Stuttgart wurden schließlich die drei Selbstmörder Baader, Ensslin und Raspe gegen denerbitterten Widerstand von Teilen der Medien und der Bevölkerung beerdigt, nachdem der Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel seine heftig umstrittene Entscheidung mit den heute legendären Worten: "Mit dem Tod hört die Feindschaft auf" begründet hatte. Es lag nahe, sich im Stuttgarter Symposion von 2007, 30 Jahre nach dem Deutschen Herbst, mit der RAF zu beschäftigen. Der Schwerpunkt sollte dabei auf den Opfern liegen, die allen offiziellen Bekundungen zum Trotz nach wie vor in der öffentlichen Wahrnehmung zu kurz kommen. Über den Autor Klaus Pflieger ist Generalstaatsanwalt in Stuttgart und war jahrelang mit Terrorismus-Verfahren befasst.
Diese Kategorie durchsuchen: Politik & Jüngste Geschichte