Schattenkinder hinter Torgauer Mauern


Schattenkinder hinter Torgauer Mauern

Artikel-Nr.: 978-3-00-033805-2
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Heidemarie Puls

Schattenkinder hinter Torgauer Mauern

Die Mutter schlug die Kinder oft, schrie sie an und war häufig betrunken. Stiefvater Kurt war zunächst eine Art Vaterfigur für Heidemarie. Er ging täglich in die Kneipe, was zu Streit mit der Mutter führte. Um das zu verhindern, holte Heidemarie ihn von dort ab.

Auf dem Heimweg kam es zum sexuellen Missbrauch, was bei Heidemarie zu Verhaltensauffälligkeiten in der Schule und letztlich zu einem Selbstmordversuch führte. Nach dem Aufenthalt in der Psychiatrie Neuruppin wurde Heidemarie in einem Kinderheim untergebracht. Als die Mutter sich vom Stiefvater trennte, riss Heidemarie aus dem Kinderheim aus und wollte nach Hause.

Die Polizei fing die Ausreißerin wieder ein und brachte sie in ein Durchgangsheim und von dort wurde sie in den Jugendwerkhof Burg verlegt. Weil Heidemarie auch dort wieder ausgerissen war, brachte man sie in den geschlossenen Jugendwerkhof Torgau.

Dieser Jugendwerkhof mit seinen Mauern, vergitterten Fenstern und Stacheldraht machte eine erneute Flucht unmöglich. Gleich am ersten Tag wurde sie geschlagen und für fünf Tage in eine Arrestzelle eingesperrt. Schnell wurde ihr klar, dass sie hier ein „Nichts“ sei und nur überleben könne, wenn sie nicht widerspreche. Ihre Hoffnung richtete sich auf den 18. Geburtstag, wenn man sie freilassen müsse.

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