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Medizingeschichte

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Disziplinierung durch Medizin

Artikel-Nr.: 978-3-95462-351-8

Florian Steger / Maximilian Schochow

Disziplinierung durch Medizin

Der grausame Alltag auf einer geschlossenen Venerologischen Station in der DDR, in die Mädchen und Frauen ab dem 12. Lebensjahr zwangseingewiesen werden konnten

In der DDR konnten Mädchen und Frauen ab dem 12. Lebensjahr in geschlossene Venerologische Stationen zur Behandlung von Geschlechtskrankheiten zwangseingewiesen werden. Oft reichte dafür eine Denunziation oder der Verdacht auf eine Geschlechtskrankheit, um von der Polizei, der Heimleitung oder von den Eltern auf eine solche Station gebracht zu werden.

Solche im Volksmund oft kurz und derb „Tripperburg“ genannten geschlossenen Stationen gab es in fast jedem Bezirk. Auf den Stationen wurde ohne Aufklärung und Einverständnis der Patientinnen in die körperliche Integrität der Frauen eingegriffen. Die Mädchen und Frauen mussten täglich eine gynäkologische Untersuchung über sich ergehen lassen, teilweise ohne medizinische Indikation. Neben der (medizinischen) Versorgung sollten die Patientinnen in einem hierarchisch organisierten Terrorsystem zu „sozialistischen Persönlichkeiten“ erzogen werden. Täglich mussten sie auf der Station oder in anderen Abteilungen der Poliklinik Arbeiten verrichten. Die Mädchen und Frauen wurden auf den Stationen körperlich wie psychisch gedemütigt und traumatisiert.

12,95 *

Medizin hinter Gittern - Das Stasi-Haftkrankenhaus in Berlin-Hohenschönhausen

Artikel-Nr.: 978-3-89773-673-3

Tobias Voigt / Peter Erler

Medizin hinter Gittern - Das Stasi-Haftkrankenhaus in Hohenschönhausen

Auf dem Gelände der Untersuchungshaftanstalt in der Genslerstraße befand sich bis 1990 auch das so genannte Haftkrankenhaus des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Der anfangs einstöckige Bau beherbergte ursprünglich die Wäscherei und die Garagen der benachbarten Großküche. Gegen Ende der 1940er Jahre residierte hier die Verwaltung des zentralen sowjetischen Untersuchungsgefängnisses. In den 1950er Jahren wurde das Gebäude erweitert und zu einer Krankenstation umgebaut. Bei der letzten Erweiterung entstanden 1972 am Ostteil des Gebäudes drei Hofgangzellen, in den die Häftlinge an die frische Luft geführt werden konnten. Die nach oben offenen Zellen waren mit einem Maschendraht abgedeckt und wurden im Häftlingsjargon als "Tigerkäfige" bezeichnet.

12,00 *

Gesundheit DDR - Das Gesundheitswesen der DDR

Artikel-Nr.: 4250015782507

Das Gesundheitssystem der DDR ist von Anfang an ein Balanceakt zwischen dem großen Anspruch einer kostenlosen Behandlung für Jeden, und einer Realität, die von Kostendruck und Mangel an Vielem geprägt ist. Die zweiteilige Dokumentation erzählt die Geschichte des DDR-Gesundheitswesens aus der Sicht der damals beteiligten Mediziner. Dabei kommen Gemeindeschwestern, Sanitäter und Pfleger, Krankenschwestern und Hausärzte ebenso zu Wort, wie Oberärzte, Klinikchefs und Spitzenmediziner. Es geht um das Erleben des DDR-Gesundheitswesens, um Zwänge, Entwicklungen, Erfolge und Niederlagen. Nach dem Krieg entstehen Polikliniken und staatliche Arztpraxen. Gemeindeschwestern sind unterwegs, um auch auf dem Land flächendeckend die medizinische Versorgung zu sichern. Das Gesundheitssystem wird zentral geplant, die Poliklinik ist das neue Modell ambulanter Versorgung unter einem Dach. Krankenschwestern und Ärzte waren wer in der DDR. Unbestreitbare Erfolge bleiben deshalb nicht aus: Tuberkulose und Masern werden ausgerottet, die Säuglingssterblichkeit sinkt deutlich und die Lebenserwartung der Bevölkerung liegt Anfang der Siebzigerjahre höher als in der Bundesrepublik. Aber immer neue Probleme kommen auf das Gesundheitssystem zu und zeigen bald die Grenzen auf, denen sich die Mediziner ihre Helfer stellen müssen.


Teil 1: Neue Ärzte braucht das Land

Teil 2: Der Preis des Schönen Seins

 

21,99 *

Testen im Osten

Artikel-Nr.: 978-3-95410-074-3

Volker Hess / Laura Hottenrott / Peter Steinkamp

Testen im Osten

DDR-Arzneimittelstudien im Auftrag westlicher Pharmaindustrie 1964-1990

Seit 1983 waren Krankenhäuser in der DDR aufgefordert, „immaterielle Leistungen für den Export“ und damit Devisen für das Gesundheitswesen zu erwirtschaften. In diesem Rahmen wurden bis 1990 rund 320 „klinische Auftragsuntersuchungen“ für westliche Pharmahersteller durchgeführt. Aber auch schon in früheren Jahrzehnten gab es in der DDR zahlreiche Studien mit West-Medikamenten. Dieses Buch bietet auf breiter Quellenbasis erstmals eine umfassende und systematische Untersuchung der im westlichen Auftrag in der DDR durchgeführten Arzneimittelstudien. Das besondere Augenmerk liegt dabei auf der praktischen Durchführung der Versuche, den Motiven der Beteiligten in Ost und West sowie den damit verbundenen ethischen Fragen.

24,95 *

Staatsdoping: Der VEB Jenapharm im Sportsystem der DDR von Klaus Latzel

Artikel-Nr.: 9783412203290

Staatsdoping

Der VEB Jenapharm im Sportsystem der DDR  von Klaus Latzel

Bereits seit einiger Zeit wird die Rolle der pharmazeutischen Industrie im Dopingsystem der DDR kritisch beleuchtet. Mit diesem Band legt nun Klaus Latzel eine umfassende Analyse der Verstrickungen des VEB Jenapharm in das staatlich organisierte Doping zwischen 1960 und 1990 vor. Seine Erkenntnisse bettet der Autor in den sportpolitischen und kulturhistorischen Kontext der Zeit ein und diskutiert darüber hinaus Fragen individueller und kollektiver Verantwortung für die bis heute reichenden, teils schwerwiegenden gesundheitlichen Folgeschäden medizinischer Eingriffe im Spitzensport. Ein Anhang mit zahlreichen, bislang unveröffentlichten Quellen ermöglicht den Lesern, sich ein eigenes Bild von der Problematik zu machen. Damit wird der öffentlichen Debatte über die Rolle des VEB Jenapharm im Dopingsystem der DDR endlich eine wissenschaftlich tragfähige Grundlage gegeben.


Klaus Latzel ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der TU Braunschweig.

34,90 *

Immunologie im „kleinen Staat“ DDR

Artikel-Nr.: 978-3-95410-087-3

Sophie Meyer

Immunologie im „kleinen Staat“ DDR

Die tumorimmunologische Grundlagenforschung in Berlin-Buch 1948-1984

Sophie Meyer untersucht die Geschichte der Tumorimmunologie in der DDR als Beispiel für naturwissenschaftliche Forschung im ehemaligen Ostblock während des Kalten Krieges. Im Zentrum der Untersuchung, deren zeitlicher Schwerpunkt auf den 1960er- und 1970er-Jahren liegt, steht der Forschungsstandort Berlin-Buch, an dem man bereits früh versucht hat, Grundlagenforschung und klinische Forschung unter einem Dach zu vereinen.

26,00 *
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