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Schriftenreihe der Landesbeauftragten für die U...

Schriftenreihe der Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes in Sachsen-An

Die Aufarbeitung der Tätigkeit des Staatssicherheitsdienstes in der DDR und der kommunistischen Diktatur ist auch in Sachsen-Anhalt nicht abgeschlossen, sondern eine bleibende Aufgabe. Viele Themen und Fragen sind bis heute noch offen. Auch 25 Jahre nach der Friedlichen Revolution stellen sich weiterhin drängende Fragen, z.B.:

- nach der Rehabilitierung politisch Verfolgter

- nach dem Umgang mit Folgeschäden durch Haft, Heimerziehung oder Zwangsadoption

- nach den Spätfolgen der SED-Diktatur

- nach den Folgen der SED-Diktatur für die Landwirtschaft

- nach den Folge-Zusammenhängen von NS- und SED-Diktatur.


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Wir wollen freie Bauern bleiben

Artikel-Nr.: 978-3-95462-689-2

Wilfried Lübeck

Wir wollen freie Bauern bleiben

LPG-Gründungen und Zwangskollektivierung im Bezirk Magdeburg 1959/60

Mit einer Einleitung von Jens Schöne

Ab 1952 versuchte die SED-Führung, die Landwirtschaft der DDR zu sozialisieren. Im freiwilligen Zusammenschluss der Bauern in landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) wurde der Schlüssel für eine stabile Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln gesehen. Auch wenn sich diese Hoffnungen kaum erfüllten, zählte in den LPG doch oft genug nicht die Leistung, sondern das richtige Parteiabzeichen, hielt man am Kurs fest – zum Schluss auch mit Gewalt. 

16,95 *

Disziplinierung durch Medizin

Artikel-Nr.: 978-3-95462-351-8

Florian Steger / Maximilian Schochow

Disziplinierung durch Medizin

Der grausame Alltag auf einer geschlossenen Venerologischen Station in der DDR, in die Mädchen und Frauen ab dem 12. Lebensjahr zwangseingewiesen werden konnten

In der DDR konnten Mädchen und Frauen ab dem 12. Lebensjahr in geschlossene Venerologische Stationen zur Behandlung von Geschlechtskrankheiten zwangseingewiesen werden. Oft reichte dafür eine Denunziation oder der Verdacht auf eine Geschlechtskrankheit, um von der Polizei, der Heimleitung oder von den Eltern auf eine solche Station gebracht zu werden.

Solche im Volksmund oft kurz und derb „Tripperburg“ genannten geschlossenen Stationen gab es in fast jedem Bezirk. Auf den Stationen wurde ohne Aufklärung und Einverständnis der Patientinnen in die körperliche Integrität der Frauen eingegriffen. Die Mädchen und Frauen mussten täglich eine gynäkologische Untersuchung über sich ergehen lassen, teilweise ohne medizinische Indikation. Neben der (medizinischen) Versorgung sollten die Patientinnen in einem hierarchisch organisierten Terrorsystem zu „sozialistischen Persönlichkeiten“ erzogen werden. Täglich mussten sie auf der Station oder in anderen Abteilungen der Poliklinik Arbeiten verrichten. Die Mädchen und Frauen wurden auf den Stationen körperlich wie psychisch gedemütigt und traumatisiert.

12,95 *

„Ich nenne es Kindergefängnis …“

Artikel-Nr.: 978-3-95462-550-5

Ralf Marten

„Ich nenne es Kindergefängnis …“

Spezialheime in Sachsen-Anhalt und der Einfluss der Staatssicherheit auf die Jugendhilfe der DDR

In den Spezialheimen der DDR-Jugendhilfe sahen sich circa 135.000 Kinder und Jugendliche Willkür und Unrecht ausgesetzt. Bis 1989 befanden sich auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt 48 Spezialheime. Mit autoritären Methoden wurde hier individuelles und sozial abweichendes Verhalten, wie zum Beispiel die sogenannte „Störung der öffentlichen Ordnung“, unterbunden. Das Ziel hieß: Umerziehung zur „sozialistischen Persönlichkeit“. Die Staatssicherheit war über die Situation in den Spezialheimen bestens informiert. Missstände wie Brutalität und fragwürdige Erziehungsmethoden der Erzieher wurden in den Berichten angemerkt.

14,95 *

Sich-frei-Sprechen

Artikel-Nr.: 978-3-95462-638-0

Freihart Regner

Sich-frei-Sprechen

Zur (psychosozialen) Bedeutung des Zugangs zur demokratischen Öffentlichkeit für Verfolgte der SED-Diktatur

Die Opfer von politischer Repression, willkürlichem Freiheitsentzug und Verfolgung in der DDR spielen in der öffentlichen Debatte oftmals eine untergeordnete Rolle, obwohl viele bis heute unter ihrer Traumatisierung leiden. Wichtig scheint hier die Frage, welche Rolle der Zugang zur demokratischen Öffentlichkeit für die Opfer politischer Verfolgung spielt und inwiefern er zur Selbstermächtigung und Befreiung vom Opferstatus beitragen kann. Hier setzt Dr. phil. Freihart Regner, Dipl.-Psychologe und Heilpraktiker für Psychotherapie, mit seiner Untersuchung an, für die er im Rahmen des Projekts „Psychosoziale Beratung für SED­-Verfolgte“ in Sachsen-Anhalt u.a. Zeitzeugen, Gedenkstättenmitarbeiter und Psychotherapeuten befragte. Die Ergebnisse stellt er hier vor und schlägt dabei eine argumentative Brücke von den Menschenrechten über psychosozial-therapeutische Ansätze wie Testimonio oder Normatives Empowerment bis hin zur demokratischen Öffentlichkeit als Rezipient der Lebens- und Verfolgungsgeschichten im SED-Regime.

29,95 *
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